„Hochregallager“, Museum Tuch und Technik - Neumünster 2014

eine temporäre Installation ab Mai 2014

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- Ansicht vom Kleinflecken - 2014


- Ansicht vom Kleinflecken - 2014


Grundsitution
Neumünster ist eine traditionsreiche Textilstadt. Das Leben und auch das Stadtbild/ urbaner Raum wurde maßgeblich durch diese Industrie geprägt. Die letzte Textilindustrie schloss 1992.
Zurzeit finden in Neumünster große Veränderungen im Innenstadtbild statt:
Das gesamte Gelände des 2000 sanierten Sagerviertels und weitere umliegende gut erhaltene Gebäude werden abgerissen, sie weichen einem Einkaufszentrum von 22.000 mē. Der Abriss hat im April 2014 begonnen und soll bis Juni 2014 beendet sein. Die Einweihung des neuen Einkaufszentrums ist für Herbst 2015 geplant.
Diese Umplanungen finden mitten in der Neumünsteraner Innenstadt statt. Sie haben entscheidende Veränderungen für alle Neumünsteraner, ganz aktuell durch die großflächigen Abrissarbeiten und in Zukunft durch einen sich verändernden und sich verlagernden Innenstadtkern.

Diese Veränderungen sind so gravierend und bedeutsam, dass sich meiner Meinung nach ein temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum mit dieser Thematik auseinandersetzen muss. Ziel des Konzeptes ist es, diese Thematik in veränderter, künstlerisch eigenständiger Form an einem zentralen Platz in Neumünster zu thematisieren.

Entwickelt wurde dafür ein archäologisches Hochregallager/Schaulager, das ähnlich dem Archivlager eines Museums bedeutende Dinge/ Fundstücke verwahrt, archiviert und ausstellt.

„Hochregallager“ – eine temporäre Installation im Aussenraum
Das eigentliche „Regallager“ existiert bereits: die vorgesetzte Galeriefassade des Museums Tuch und Technik, wenn auch nicht dafür konzipiert, gleicht einem großen Regal.

Wichtig ist, dass sich das Museum und damit das „Lager“ an einem historischen und jetzt stark frequentierten und zentralen Ort in der Neumünsteraner Innenstadt befindet: auf dem Kleinflecken.

Das „Lager“ wurde mit Dingen gefüllt, die durch die Abbrucharbeiten auf dem Areal des Einkaufszentrums stattgefunden haben. Es geht dabei nicht nur um das „Ausstellen/Sammeln“ von archäologisch wertvollen Gegenständen im eigentlichen Sinne wie Fassadendetails, Säulenreste etc., sondern auch um Dinge, die das kollektive Gedächtnis der Neumünsteraner geprägt haben. Dazu gehören z.B. Schriftzüge aus alten Firmenschildern etc.
Die Abbrucharbeiten haben in einem sehr kurzen Zeitraum stattgefunden: aus einem intakten Gebäudekomplex blieben innerhalb kürzester Zeit große Steinbrocken, die zu Steinmehl vermahlen werden, Metallschrott und Holz der Pflanzen und Baumbestände übrig. Diese Haufen türmten sich kurze Zeit auf dem Gelände. Die Relikte der Abbrucharbeiten (Stein, Metall, Holz) wurden ebenfalls eingelagert.


- Ansicht vom Kleinflecken - 2014 - Detail

Das Lager wird zu einem Archivar/Schaulager/Setzkasten für Dinge/Stücke, die an die Stadtgeschichte aber auch ihre Gegenwart und Zukunft erinnern: es sind Erinnerungsstücke.
Durch das Konzept entsteht ein eigenständiges Kunstobjekt, das sich von allen Seiten öffnet und einsichtig ist, vom Kleinflecken wie auch innerhalb des Museums.
Das Regal steht an einem öffentlichen Platz, der im alltäglichen Geschehen passiert wird, er schwört Erinnerungen herauf, an Vergangenes, die kürzliche Gegenwart bis hin zum Nachdenken über die Zukunft Neumünsters und im Allgemeinen über urbane und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse.

Diese Arbeit lebt durch ihren Prozesscharakter, der mit den Abbrucharbeiten einhergegangen ist. Innerhalb von acht Wochen wurde das gesamte Gelände zerstört, genau im selben Augenblick tauchen Relikte im „Hochregallager“, für alle ersichtlich – im Außenraum – wieder auf.
Direkt im Rücken des Lagers finden gleichzeitig die Neuerrichtungsarbeiten des Einkaufszentrums statt.

Sichtbar gemacht wird ein Prozess, der alle Neumünsteraner unmittelbar bewegt und betrifft, zur gleichen Zeit steht dieser Prozess weltweit für einen Umgang mit Baukultur und Kultur überhaupt.
Die Arbeit bietet Raum und Forum für öffentliche Diskussionen, Gespräche, ein neues Nachdenken über „Stadtrundgänge“ usw.


- Ansicht vom Kleinflecken - 2014

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